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Hintergrund
Die Herausforderung
Die Krankheit
Die Aufgaben
Die Partner
Hintergrund
Die aktuelle Situation - Weltweite Ausbreitung von Polio laut Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese Grafik wird wöchentlich aktualisiert!
 (Quelle: WHO)
Für weiterführende Informationen empfehlen wir Ihnen die Seite Links.
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Die Herausforderung
"So nah" ist der Titel der aktuellsten Werbe-Kampagne von Rotary in Deutschland, die als Erster der Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert unterstützte. Wie richtig diese Aussage ist, zeigt der Erfolg der letzten gut 20 Jahre sehr eindrücklich.
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Stand 1985 |
Stand 2008 |
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Polio ist derzeit nur noch in 4 Ländern der Welt endemisch: Indien, Pakistan, Afghanistan und Nigeria. Von dort wurde der Virus in den vergangenen Jahren immer wieder in andere Länder geschleppt. |
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Zusätzlich kommt es in bereits als poliofrei eingestuften Ländern wir Äthiopien, Kenia, Sudan und Uganda immer wieder zu Ausbrüchen, die ein sofortiges Eingreifen erforderlich machen. |
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Nach über 20 Jahren harter Arbeit stehen wir kurz davor, die grausame Kinderlähmung endgültig von diesem Planeten zu tilgen. |
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Alleine in Indien müssen jährlich 5 Millionen Neugeborene zusätzlich geimpft werden. |
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Zur endgültigen Ausrottung von Polio hat die Weltgemeinschaft weitere 635 Millionen US-Dollar bereit gestellt. Davon
| Rotary von Bill & Melinda Gates Foundation |
255 Millionen US$
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| Rotary von Bill & Melinda Gates Foundation |
100 Millionen US$ (bis 2012) |
| Großbritannien |
150 Millionen US$
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| Bundesrepublik Deutschland |
130 Millionen US$
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| SUMME bislang |
635 Millionen US$ | |
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Voraussetzung für die Spende der Bill & Melinda Gates Foundation in Höhe von 255 Millionen US Dollar ist, dass Rotary parallel Spenden in Höhe von mindestens 200 Millionen US-Dollar weltweit sammelt. Deshalb trägt die Kampagne den Titel Rotary’s $200 Million Challenge, die „200-Millionen-Dollar-Herausforderung von Rotary“. |
Seit Bekanntgabe der ersten Challenge-Zuwendung der Gates Foundation haben Rotary Clubs inzwischen bereits über 90 Millionen Dollar gesammelt. Dieser Enthusiasmus war auch der Grund dafür, dass die zweite Spendenherausforderung ausgelobt und angenommen wurde. Rotary bittet nun auch die Öffentlichkeit, sich an der Kampagne zu beteiligen. Mehr Informationen zum weltweiten Kampf gegen Polio sind auf der Website rotary.org/endpolio veröffentlicht.
Rund 20.000 Rotarierinnen und Rotarier werden an diesem Tag bundesweit in mehreren hundert Städten für die „200 Millionen US Dollar Challenge“ von Rotary zur Ausrottung der Kinderlähmung (Polio) werben. So auch in Göppingen.
Zusammen mit der WHO, UNICEF und den US-Gesundheitsbehörden (CDC) hat sich Rotary die Aufgabe gestellt, nunmehr bis 2012 Polio weltweit auszurotten.
Gesundheitsexperten sind sich darüber einig, dass man den Schwierigkeiten, die mit der Eindämmung der Polioausbreitung verbunden sind, beikommen kann. Diese bestehen vor allem darin:
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Der weiteren Ausbreitung des Poliovirus in den verbleibenden vier polioendemischen Ländern (Nigeria, Indien, Pakistan und Afghanistan), von wo aus dieses weiterhin in poliofreie Gebiete verschleppt werden kann, Einhalt zu gebieten. |
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Die rasante Ausbreitung des Poliovirus in Nord-Nigeria und in Uttar Pradesh, einem nordöstlichen Bundesstaat Indiens, einzudämmen. |
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Schnellstmöglich die Ausbrüche der Krankheit in zuvor poliofreien Ländern im Keim zu ersticken. |
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In bereits also poliofrei geltenden Zonen die Rückkehr der Krankheit zu verhindern, vor allem durch umfassende Impfbereitschaft und konsequente Überwachung möglicher Epidemie-Ausbrüche. |
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Dafür zu sorgen, dass auch langfristig Finanzmittel und der politische Wille für eine Umsetzung der Strategien zur Polio-Ausrottung vorhanden sind. |
Ein Schwerpunkt des lokalen Aktionstages wird der Hinweis auf erforderliche Auffrischungsimpfungen sein sowie die allgemeine Information über den Virus und seine Ausbreitung. Indien ist nur eine Flugreise entfernt! Seitdem Deutschland in den 1990er Jahren als poliofrei erklärt wurde, haben die Impfbereitschaft gerade unter den Erwachsenen und die Sensibilität für die weiter bestehende Gefahr stark abgenommen. Den Meisten ist nur noch der damalige TV-Spot „Schluckimpfung ist süß – Kinderlähmung ist grausam“ in guter Erinnerung.
Die Ausrottung von Polio ist zum Greifen nahe. Wenn wir allerdings nicht die Gelegenheit beim Schopf greifen und die Krankheit auf alle Zeit aus der Welt verbannen, bleibt das Risiko verkrüppelnder und tödlicher Polioausbrüche auch weiterhin eine Bedrohung für die Kinder der Welt.
Über Rotary und Polio: Rotary International ist der weltweit erste und größte Service-Club mit einem weltweiten Netzwerk von 1,2 Millionen Rotarierinnen und Rotariern. Mit dem 1985 ins Leben gerufenen PolioPlus-Programm war Rotary die erste Organisation, die die Vision einer poliofreien Welt hatte. Bislang wurden durch Rotary mehr als 2 Milliarden Kinder durch Impfungen vor Polio geschützt. Dabei wurden nicht nur erhebliche finanzielle Mittel bereit gestellt, sondern auch durch persönlichen Einsatz nationale Impfkampagnen unterstützt.
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Die Krankheit
Bitte beachten Sie, dass diese Beschreibung lediglich der allgemeinen Information dient!
Die folgenden Begriffe bezeichnen alle dieselbe Krankheit:
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Polio |
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Poliomyelitis |
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Kinderlähmung |
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Spinale Kinderlähmung |
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Heine-Medin-Krankheit |
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Eine antike ägyptische Stele, die einen Prinzen mit verkrüppeltem Bein zeigt - vermutlich Kinderlähmung.
Siehe unterer Bildteil.
(Quelle: WHO) |
Entdeckung und Forschung
Polio wurde erstmals durch den Schwarzwälder Orthopäden Jakob Heine im Zuge von Forschungen im heutigen Stuttgart-Bad Cannstatt entdeckt.
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Er berichtete 1840 in seinem Buch „Beobachtungen über Lähmungszustände der unteren Extremitäten und deren Behandlung“ darüber. |
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Der schwedische Arzt und Forscher Karl-Oskar Medin erkannte als erster den epidemischen Charakter der Krankheit. |
Erreger
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Poliovirus (Durchmesser ca. 30 Nanometer) |
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Befällt selten muskelsteuernde Vorderhornzellen des Rückenmarks. |
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Kann zu Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen. |
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Es sind 3 Erreger-Typen bekannt:
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Typ I (Brunhilde), der die meisten Infektionen auslöst und zur epidemischen Ausbreitung neigt, daneben |
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Typ II (Lansing) und |
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Typ III (Leon). | |
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Es gibt keine „Kreuzimmunität“, das bedeutet, jeder Erreger ist gesondert zu bekämpfen. |
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Der Erreger verändert sich praktisch nicht und hat nur den Menschen als Wirt. |
Infizierung
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Gefährdet zu erkranken sind insbesondere Kinder im Alter zwischen 3 und 8 Jahren. |
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Gelegentlich auch Ältere. |
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Die Übertragung erfolgt durch
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kotverschmutzte Hände oder Gegenstände, |
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Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen). | |
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Das Virus wird in der Regel durch den Mund aufgenommen, vermehrt sich dann im Darm und wird darüber ausgeschieden. |
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Die Ansteckungsfähigkeit setzt bereits wenige Stunden nach der Infizierung ein. |
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Die Inkubationszeit (Zeit bis zum Erkrankungsbeginn) beträgt meist 7-14 Tage. |
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Obwohl eine Ansteckung primär Kinder betrifft kann die Übertragung auch durch Erwachsene erfolgen! |
Ausbreitung
Epidemie
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Beginn der epidemischen Ausbreitung gegen Ende des 19. Jahrhunderts als paradoxe Folge steigender Hygiene. Davor erfolgte die Durchseuchung häufig im frühen Kindesalter als stille Feiung. |
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1887 erfolgte im Raum Stockholm eine Häufung von Krankheitsfällen, daraufhin stufte Karl Oskar Medin Polio als epidemisch ein. |
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1894 erste wissenschaftlich beschriebene Epidemie in den USA. |
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1905 große schwedische Epidemie. Erster Nachweis der Übertragung durch Körperkontakt, Ausgangspunkt war vermutlich die öffentliche Schule. |
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Erst 1939 wurden die 3 Virustypen identifiziert. |
Symptome und Krankheitsverlauf
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In 95 Prozent der Fälle gibt es keine Krankheitsanzeichen, es bilden sich Antikörper, woraus eine „stille Feiung“ (Immunisierung des Körpers ohne sichtbare Krankheitszeichen) resultiert. |
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Bei den restlichen 5% kommt es nach der Inkubationszeit zu einer dreitägigen Erkrankung mit Fieber, Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, oft auch Durchfall und Erbrechen. |
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Diese Erkrankung bleibt in rd. Dreiviertel der Fälle folgenlos, die Zellen des Nervensystems werden dabei nicht infiziert. |
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Bei 5 bis 10 Prozent der Erkrankten kommt es jedoch nach etwa einer weiteren Woche zum Befall des Nervensystems. |
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Zunächst folgt dann eine nichteitrige Hirnhautentzündung mit Fieber um 39 °C, Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. |
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Nur bei rd. 1% der Infizierten kommt es zur schwersten Form des Krankheitsbildes, der eigentlichen Kinderlähmung. |
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Die Sterblichkeit unter allen Erkrankten liegt bei 2-20%. |
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In Ausnahmefällen bilden sich Lähmungen innerhalb eines Jahres zurück. |
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In der Regel bleiben jedoch Dauerschäden zurück (Lähmungen mit Folgeproblemen während der kindlichen Wachstumsphase). |
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Nach Jahrzehnten können neue Lähmungen und andere Symptome (Post-Polio-Syndrom) auftreten. |
Behandlung
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Es gibt nach wie vor keine wirksame Therapie bei ausgebrochener Polio! |
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Abnahme der Sterblichkeit durch Einführung der „Eisernen Lunge“, die eine Beatmung möglich machte, sofern die Atemmuskulatur betroffen war. |
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Die Lähmungen lassen sich therapeutisch kaum beeinflussen! |
Impfung
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| Albert Sabin (Quelle: WHO) |
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Eines der bekanntesten Polio-Opfer war der US-amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt, der dann auch die Forschung nach einer Impfung vorantrieb. |
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1952 wurde eine Viruskultur durch J. F. Enders eingeführt. |
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Auf dieser Basis entwickelte Jonas Salk 1954 einen Tot-Impfstoff, jedoch mit unzureichender Wirkung. |
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Jonas Salk wurde am 28. Oktober 1914 in New York City geboren und starb 1995 in Kalifornien. Der Welt-Polio-Tag findet deshalb alljährlich an seinem Geburtstag statt. |
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Erst seit 1960 führte ein von Albert Sabin entwickelter, abgeschwächter Lebendimpfstoff zu wesentlichen Fortschritten. |
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Die Zahl der Infizierten sank von jährlich mehreren 100.000 auf ca. 1.000. |
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Voraussetzung für die Ausrottung des Erregers ist eine nicht nachlassende Impfbereitschaft. |
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Seit 1988 hat die Weltgesundheitsorganisation sich das Ziel gesetzt, das Poliovirus durch eine weltweite Impfkampagne bis 2000 auszurotten. |
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Auch wenn das ursprüngliche Ziel verfehlt wurde gelang es, weite Teile der Erde als poliofrei zu deklarieren. |
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Das Poliovirus vom Typ II ist bereits seit 1999 ausgerottet. |
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2007 gab es weltweit 1.310 Fälle von Poliomyelitis durch Wildviren. Die Viren vom Typ I und III sind 2008 noch in vier Ländern endemisch: Nigeria, Indien, Pakistan und Afghanistan. |
Neueste Entwicklungen (Stand 21. Juli 2009, Quelle: www.polioeeradication.org):
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Ein deutlicher Anstieg der Infektionen kennzeichnet die aktuelle Situation. |
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Im Juli 2009 stieg die Zahl in den vier polio-endemischen Ländern um 97 (57 neue Fälle allein in Indien), über 30 neue Infektionen kamen in den poliofreien Ländern Afrikas hinzu. |
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Vor allem der Sudan ist betroffen, wo bisher schon 44 Neufälle gezählt wurden. |
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Speziell dieser Trend bereitet Sorge: Mit 182 Infektionen in 15 eigentlich poliofreien Ländern Afrikas gibt es fast viermal so viele Fälle wie 2008 weltweit. |
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Die Aufgaben
Die Aufgaben lassen sich in aller Kürze wie folgt beschreiben:
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"Now is the time to finish the job"
UN Generalsekretär Ban Ki-Moon während der Rotary International Convention 2009 in Birmingham |
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99 Prozent unseres Versprechens: „Eine Welt ohne Polio“ sind eingelöst. Wir stehen kurz vor dem Ziel.
Das letzte Prozent dieser Epochenaufgabe ist besonders schwierig:
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In den vier Ländern Afghanistan, Pakistan, Indien und Nigeria, in denen Polio noch grassiert, herrschen schwierige Bedingungen. |
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Fehlende Infrastruktur, politische Instabilität, kulturell-religiöse Vorbehalte. |
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Nur ein Beispiel: Im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh werden jedes Jahr fünf Millionen(!) Kinder geboren, die alle zuverlässig geimpft werden müssen. Ein enormer Aufwand, der nur mit konzentrierten Massenimpfungen (National Immunization Days – NIDs) – nicht nur in den vier polio-endemischen Ländern – zu bewältigen ist. |
Der Beitrag von Rotary, ca. 800 Millionen US-Dollar, ist der größte Betrag, der von einer privaten Organisation aufgebracht wurde. Nur die US-Regierung hat mehr Mittel bereitgestellt.
Die Bill & Melinda Gates Foundation hat mit insgesamt 355 Millionen US-Dollar (100 Mio. 2007, 255 Mio. 2009) Rotary die bislang größte Einzelzuwendung gewährt, weil sie vom entschiedenen, zielorientierten weltweiten Einsatz von Rotary überzeugt ist.
Die WHO rechnet bis 2012 mit Kosten von insgesamt 2,14 Milliarden US-Dollar. Darin enthalten sind als größte Posten die Kosten für den Impfstoff, für Massenimpfungen (NIDs), Überwachungsmaßnahmen sowie den Ausbau des Labornetzes.
Diese Mittel sind noch nicht gänzlich gesichert, die Finanzierungslücke für 2009/2010 beträgt 340 Millionen US-Dollar.
Ab 2011 fehlen 535 Millionen US-Dollar.
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Das neueste Medikament: 2 Tropfen genügen. |
Kühlbox der Helfer bei den Nationalen Impftagen (NIDs) |
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Nationale Impftage (NIDs, National Immunization Days) sind aufwendig. Beispiel Indien:
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700.000 |
Impfstellen werden eingerichtet, an denen |
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1,17 Mio. |
Impfteams |
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255 Mio. |
Impfeinheiten austeilen, die in |
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2 Mio. |
Kühlboxen mit |
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6,3 Mio. |
Eispackungen verteilt werden müssen. |
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200 Mio. |
Haushalte werden direkt aufgesucht. So konnten an 1 Impftag |
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172 Mio. |
Kinder geimpft werden. |
Übrigens: Eine öfters gestellte Frage ist, was das Plus bei PolioPlus bedeutet. Der Erklärung hierfür ist, dass bei vielen Nationalen Impftagen (NIDs) nicht nur der Polio-Impfstoff verabreicht wurde, sondern zugleich Vitamin A. Dadurch wurden schätzungsweise 1,5 Millionen Kinder vor dem Tod bewahrt, was ein echtes Plus der Impfkampagne darstellt.
Weitere Informationen erhalten Sie während des Aktionstages sowie über die Links.
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Die Partner
Die Initiative von Rotary International wird von folgenden Partnern aktiv unterstützt.
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WHO (Weltgesundheitsorganisation) |
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UNICEF (UN-Weltkinderhilfe) |
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CDC (US-Gesundheitsbehörden) |
 WHO, UNICEF, CDC.
Weitere Informationen über ideelle und finanzielle Unterstützer von Rotary International und speziell des Aktionstages in der Göppinger Innenstadt finden sie hier.
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Autor: Alexander Gaugler mit freundlicher Unterstützung durchDr. med. Barbara Ladwig, Oberärztin am Olgahospital, Klinikum Stuttgart |