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Projekte 08. Februar 2012
 
Unterstützung von RAINBOW-CITY



Der Rotary Club Göppingen-Stauferland unterstützte die Kinderstadt RAINBOW-CITY über mehrere Jahre hinweg. Inzwischen trägt sich das Projekt weit gehend selbst.

Die Kinderstadt RAINBOW-CITY

Eine Kurzbeschreibung (aus dem Jahre 2004)

RAINBOW-CITY ist ein Sommerferienprojekt, das seit vielen Jahren im Landkreis Göppingen für Kinder zwischen 8 und 14 Jahren durchgeführt wird. Zwei Wochen lang treffen sich dort täglich rund 200 Kinder von morgens bis abends. Betreut werden sie von einigen Erwachsenen und pädagogisch interessierten Jugendlichen.

Mit einem Kinder-Camp verknüpfen sich zunächst geläufige Bilder wie Zeltlager, Sportfreizeit, Asyl für Ferienkinder. All dies trifft auf RAINBOW-CITY nicht zu. Auf dem Gelände erblickt der Besucher eine bunte Ansammlung von rund 30 Gebäuden, die aus großen, begehbaren Zelten bestehen. Darin sind fast alle Einrichtungen einer "wirklichen" Stadt untergebracht, es ist ein Stadt-Modell.

Es gibt sogar eine eigene Währung, den RAINIE, mit dem man innerhalb der Stadt alles bezahlen kann, was man braucht: Essen, Werkmaterialien, fertige Waren und natürlich auch Dienstleistungen. Der gesamte Geldverkehr wird, wie im Leben der Erwachsenen, durch eine Kinder-Bank geregelt.

Damit sich die "Bürgerinnen und Bürger" auch gesellschaftlich organisieren können, gibt es ein Rathaus, ein Sozialamt, ein Arbeitsamt, sogar eine stadtinterne Polizei und eine Krankenstation. Der Bürgermeister und seine Gemeinderäte werden aus der Mitte der Kinder auf demokratische Weise gewählt. Das Arbeitsamt reguliert den Arbeitsmarkt und weist den Bürgern jeden zweiten Tag eine neue Tätigkeit zu; ausnahmsweise kann jemand auf Antrag seine bisherige Tätigkeit weiterführen, um z.B. eine besonderes Projekt zu Ende führen zu können. Das Sozialamt begleicht die Verpflegung der Betreuer, in finanziellen Notfällen unterstützt es auch Werkstätten oder Einzelpersonen.

Dies alles wird realisiert von Mädchen und Jungen zwischen 8 und 14 Jahren!!! Was nun können sie konkret unternehmen? Zusätzlich zu den offiziellen Einrichtungen gibt es vielerlei Werkstätten und Läden, z.B. Schreinerei, Schweißerei, Fahrrad-Werkstatt, Bildhauerei, Lederarbeiten, Schmuckproduktion, Gipsformerei, Schneiderei mit Modeschauen. In all diesen Betrieben stehen funktionstüchtige Geräte bereit und Fachleute leiten die Kinder an, sich kreativ zu betätigen und ihre manuelle Geschicklichkeit zu erproben. Fertige Waren werden zum Verkauf für Stadtbewohner und Besucher feil geboten. Dazuhin gibt es Dienstleister, z.B. Frisör, Tattoo-Salon oder Rikscha-Taxis mit 1 MS (=Menschenstärke).

Für Entertainment sorgen Artisten im Zirkus, die stunden- und tagelang mit Spaß ihre körperliche Geschicklichkeit üben, ebenso gibt es ein Kino, ein Casino und sogar einen Zoo. Auch die Medien sind nicht vergessen. Da sind die RAINBOW-CITY-NEWS, eine Zeitung, die gut mit Computern und Internet und eigener Homepage ausgestattet ist; täglich erscheint gegen späten Nachmittag eine neue Ausgabe. Zusätzlich gibt es RAINBOW-TV, eine Fernsehanstalt, die fortlaufend ihre Reporter zum Recherchieren und Dokumentieren in die Stadt schickt; am Abend, kurz vor Tagesschluss, werden die Aufnahmen im Casino in Großprojektion vorgeführt.

Die Gastronomie von RANBOW-CITY befindet sich auf einem ordentlichen Niveau: das Essensangebot orientiert sich an den Kriterien des Kundengeschmacks, des Preises sowie der Ökonomie und der Ökologie. Auf keinen Fall gibt es von außen importierte Fertiggerichte, sondern Kochen, Backen, Servieren und Abspülen sind Angelegenheit der Bürger und werden in eigenen Restaurationsbetrieben durchgeführt. Dabei werden die staatlichen Hygiene-Vorschriften beachtet bis hin zu einer geregelten Müllabfuhr.

Die pädagogische Grundidee von RAINBOW-CITY liegt also offen zu Tage, Hier sollen Kinder nicht konsumieren wie z.B. in Disney-Land, sondern sie sollen angeregt werden, selbstständig etwas zu planen und durchzuführen und für all diese Tätigkeiten auch Verantwortung im Sinne der Gemeinschaft zu erkennen und zu tragen. Die Einübung in Verantwortlichkeit zeigt sich am deutlichsten darin, dass auch 10 bis 15 Kinder mit Behinderungen in RAINBOW-CITY aufgenommen werden, die von allen ,,Bürgerinnen und Bürgern fürsorglich betreut und in alle Aktivitäten des Projektes integriert werden.

Wie ist nun ein solch aufwändiges Unternehmen möglich? Entwickelt wurde die Grundidee vor einigen Jahren im Rahmen der öffentlichen Jugendarbeit. Jährlich wird für die Einrichtung der RAJNBOW-CITY eine andere Gastgemeinde im Landkreis Göppingen gewonnen, außerdem garantieren einige idealistisch gesonnene Erwachsene das Zusammenspiel mit den offiziellen Stellen und begleiten die Durchführung mit entsprechenden Geschäfts- und Rechts-Kompetenzen. Wichtig ist aber vor allem die Gruppe von rund 80 jugendlichen Betreuern zwischen 14 und 18 Jahren. Diese waren zum Teil früher als Kinder bei RAINBOW-CITY, andere sind an Jugendarbeit interessiert, weil sie später vielleicht einen pädagogischen Beruf ergreifen wollen. Die meisten kommen aus der näheren Umgebung, einige aber auch aber die Work-Camp-Organisation Pro-International aus allen möglichen Ländern der Welt. Alle engagieren sich ehrenamtlich. Von den Kindern werden sie sehr geschätzt, da sie ihnen altersmäßig noch sehr nahe stehen.

Natürlich steht dieses Projekt immer wieder vor Finanzierungsproblemen, da die Kosten nicht vollständig von der öffentlichen Hand getragen werden. Die Idee von RAINBOW-CITY erscheint uns Mitgliedern des Rotary Clubs Göppingen-Stauferland jedoch so überzeugend, dass wir dem inzwischen gegründeten gemeinnützigen Trägerverein jährlich einen Betrag von 1.000 € zur Verfügung stellen und der Kinder-Stadt auch einen Besuch abstatten.



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