 |
|
Projekte |
08. Februar 2012 |
 |
|
| |
Unterstützung des Wiederaufbaus Landgasthof Ziegelscheune
|
 |
Im August 2002, nach ungewöhnlich ergiebigen und tagelangen Regenfällen in der weiten Umgebung vor allem elbaufwärts, stieg der Wasserstand der Elbe schnell, sehr schnell und überstieg die immer wieder aber selten erreichte Hochwassermarke von 6 Metern. Er erreichte die bisher nicht gekannte Höhe von 12 Metern. |
| Alle Rettungsversuche der Familie, Gegenstände und Material in das höher gelegene Stockwerk zu bringen und zu sichern, schlugen fehl. Sie wurde Nachts von der Feuerwehr mit Schlauchbooten evakuiert. |
|
Nachdem die Elbe wieder zurück in ihr Bett ging, wurde das ganze Ausmaß erst ersichtlich. Dreck, Sand, tote Tiere, Pflanzenreste... blieben zurück. Alles was im Keller, Erdgeschoss und teilweise im 1. Stock an Einrichtungen und Gegenständen waren, ist zerstört und defekt. Selbst die Substanz des Gebäudes ist angegriffen. Das tagelange Eindringen des Wassers in die Holzkonstruktion hat große Schäden hinterlassen. |

|
| Familie Knaller zog nach der Öffnung des Hochwassersperrgebietes sogleich wieder in ihr Haus zurück und begann zu reinigen, abzureißen und aufzuräumen. Nachdem dann auch die Behörden mit der Verteilung der Ersthilfen begonnen hatten und die Familie Knaller eine Schätzung des Schadens veranlasste, wurde die Summe auf ca. 210.000€ festgestellt. Dieser Schock saß tief in der Familie, doch der Familienrat beschloss die Ziegelscheune wieder aufzubauen und den Aufbau entsprechend den möglichen Geldern zu bewerkstelligen.
Eigenmittel standen nach dem Umbau nicht zur Verfügung, sie sind alle in den Betrieb geflossen. Zu bemerken ist auch noch, dass das Fahrzeug der Familie von den Fluten weggespült wurde und die Versicherung nur den Zeitwert ersetzte. Das Anwesen war zwar generell versichert, jedoch nicht gegen Elementarschäden. Diese wurden von der Versicherungsgesellschaft nach dem Neu- und Umbau ausgeschlossen. Erste Hilfe kam vom Land Sachsen mit einem Betrag von 50.000€. Alle weiteren möglichen Fördermittel wurden geprüft und beantragt. Schließlich fehlte für den Wiederaufbau eine Summe von ca. 60.000€. Nach einem Beschluss des Clubs, ein regional wichtiges Objekt gezielt mit einer Spende in dem Hochwassergebiet zu unterstützen, fiel die Entscheidung zu Gunsten des Wiederaufbaus der Ziegelscheune.
Wichtig für die Entscheidung war uns · regionale Wichtigkeit, · familiäre Besitzgüter, · mit unserer Spende sollen Arbeitsplätze gesichert werden, · unsere Spende soll nicht mit der Gießkanne verteilt werden und · von großer Bedeutung in Bezug auf den Anteil des Schadens sein. |
 |
Eine Anfrage bei unserem Patenclub RC Göppingen nach einer Beteiligung wurde spontan aufgenommen und nach der Vorstellung des Projekts beschloss man gemeinsam einen Betrag von 25.000€ für den Wiederaufbau der Ziegelscheune zur Verfügung zu stellen. Am 15. November 2002 wurde in Göppingen bei einem Meeting dem Ehepaar Knaller von beiden Präsidenten der Scheck in Höhe von 25.000€ überreicht. |
|

|
Landgasthaus „ZIEGELSCHEUNE“
Ein beliebtes Ausflugsziel vieler Dresdner, Krippener und Schandauer an Sommertagen und schönen Wochenenden. Zu erreichen über die Elbe per Schiff aufwärts oder lieber einen gut ausgebauten Wander- und Radweg (von Prag bis Hamburg). |
|
Die Ziegelscheune war ursprünglich eine Produktionsstätte und gehörte zu den Ländereien des Krippener Erbgerichtes. Angeschwemmter Lehm wurde abgestochen und getrocknet. Per Schiff ist dann das Ziegelmaterial in den Dresdener Raum zum Brennen gebracht worden.
Mit der Eisenbahn und dem verbundenen Landverlust verlor diese Produktionsstätte an Bedeutung.
Erst im 19. Jahrhundert wurde sie zu einer Zollprüfstelle wieder eingerichtet. Die Entwicklung zu einem Gaststättenbetrieb erfolgte permanent und die Erweiterung im 20. Jahrhundert zu dem beliebten Landgasthof “Ziegelscheune“ mit einer traditionellen und besonders geschätzten Küche.
Seit 1920 ist der Gasthof im Besitz der Familie Strohbach und wird von der Seniorchefin im Alter von 82 Jahren vorbildlich geführt. Ihre Tochter (Frau Knaller) heiratete vor wenigen Jahren einen Architekten aus München. Beide leben seitdem in Krippen und führen jetzt mit 6 Angestellten und 3 Aushilfen vorbildlich den Landgasthof.
Liebevoll wurde der Gasthof, sowie das Gästehaus in den Jahren 1999 bis 2001 modernisiert und umgebaut.
Hierfür musste ein Kredit von ca. 130.000 DM der örtlichen Kreissparkasse in Anspruch genommen werden. Eigene Ideen des Architekten Knaller in der Restauration des barocken Bauwerkes prägten und steigerten die Beliebtheit des Anwesen. |
|
|
|
>>drucken >>vorherige Seite |
|
|
|