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18. Mai 2012
 
Mittwoch, 23. Juli. 2008

Führung, Verantwortung, Zukunft – von Hohenlohe in die Welt

5. RYLA – Seminar der Hohenloher Rotaryclubs
vom 18. – 20. Juli 2008 in Kupferzell


Teilnehmerinnen und Teilnehmer des RYLA-Seminars 2008

Kupferzell. Zum fünften Mal in Folge luden die Hohenloher Rotarier interessierte junge Erwachsene zu einem mehrtägigen RYLA-Seminar ein. RYLA ist das Kürzel von Rotary Youth Leadership Award, ein Programm zur Förderung der Persönlichkeit und der Führungskompetenz junger Erwachsener.

31 junge Menschen, teils im Beruf stehend, teils noch in Ausbildung, trafen sich im Kupferzeller ‚Schlössle’, um unter dem Thema „Führung – Verantwortung - Zukunft“ von der Erfahrung bewährter Führungskräfte zu lernen, worauf es beim Umgang mit Mitarbeitern, Partnern, Kunden und Kollegen ankommt undwas zur Übernahme von Verantwortung in Betrieb und Gesellschaft bedacht und gebracht werden sollte.

Nach der Begrüßung durch Präsident Frieder Uebele vom RC Künzelsau-Öhringen und den Seminarleitern Willi Mönikheim und Joachim Quarder und einer Vorstellungsrundebegann das Seminar am Freitag mit einem Referat von Fritz Müller (GEMÜ, Ingelfingen) über Führung und Verantwortung im Wandel. Vor dem Hintergrund jahrzehntelanger Erfahrung in der eigenen Firma, ermutigte er die jungen Leute zur beruflichen Selbstständigkeit, weil sie die Chance bietet sich kreativ zu entfalten und Zukunft selbst aktiv mit zu gestalten. Seine Firma, mit inzwischen an die 20 Niederlassungen rund um den Globus, ist für Fritz Müller, wie eine große Familie, wo die persönliche Präsenz und die Verantwortung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders wichtig sind.

Dies wurde am anderen Morgen ergänzt um den Versuch einer Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“ Ausgehend von philosophischen und theologischen Antworten auf die Frage nach dem Sinn und Zweck des menschlichen Seins, regte Pfarrer Willi Mönikheim, zurSpurensuche im eigenen Leben an. Es gehe darum die Stärken und Schwächen zu entdecken und das Leben authentisch und verantwortlich zu entfalten.

Dr. Clemens Dirscherl, promovierter Soziologe und Geschäftsführer des Evang. Bauernwerks im benachbarten Hohebuch, gab anschließend eine Einführung in die Kommunikation, als zentrales Führungsinstrument. Praxisnah, mit typischen Beispielen aus dem alltäglichen Leben,verstand er es den jungen Leuten die Bedeutung einer zielgerichteten Kommunikation zu vermitteln.

Am Samstagnachmittag war die Gruppe zu Gast bei der Firma R.STAHL in Waldenburg. Vorstand Dr. Peter Völker präsentierte mit Ex-Vorstandschef Lothar Wettengel, Gesamtvertriebsleiter Herbert Schober, Vertriebsleiter Amerika Rainer Nägle, Produkt-manager Jürgen Poidl, Projektentwickler Björn Henkel und Michael Heinle, stellvertretender Teamleiter im Steuerungsbau gleich eine ganze Riege von Führungskräften aus unterschied-lichen Sparten, die den interessierten Teilnehmern einen Einblick gaben in die vielfältigen Aufgaben eines global agierenden Betriebes dieser Größenordnung. Stellvertretend für die ca. 80 – 90 jungen Menschen in der Ausbildungsabteilung der Firma Stahl gaben Falk Kittsteiner und Philipp Groß Einblick in Inhalte, Organisation und Anforderungen der vielfältigen Ausbildungspalette ihrer Firma. Nach einer wohltuenden Kaffeepause konnten die Teilnehmer auf einem Rundgangdurch das Betriebsgelände die ganze Bandbreite der Produktion von explosionsgeschützten Schaltgeräten besichtigen, mit denen die Firma R.Stahl von Hohenlohe aus Geschäftspartner rund um den Globus beliefert.

Samstagabend stand im Zeichen der Präsentation von ROTARACT HOHENLOHE durch Johannes Späth aus Crailsheim, Student der Rechtswissenschaften und Schatzmeister bei Rotaract Hohenlohe. Es handelt sich um einen Club für engagierte junge Erwachsene, die sich als Gegenpol zu dem im Berufsleben üblichen Konkurrenzkampf darum bemühen Freundschaft zu pflegen, Fairness und Toleranz üben und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Aktionen für hilfsbedürftige Menschen durchzuführen.

Der Sonntag brachte nach einem meditativen Einstieg, einen historischen Rückblick auf die mehr als 800-jährige Geschichte des Hauses Hohenlohe und der nach ihm benannten Region. Unter dem Titel „Führung und Verantwortung als historische Verpflichtung“ führte Fürst Friedrich Karl zu Hohenlohe-Waldenburg durch die Höhen und Tiefen der Regionalgeschichte, die immer eng verbunden war mit der Geschichte der Hohenloher Grafen und Fürstenfamilien, in deren Reihen es durchaus auch mehr oder weniger talentierte Führungspersönlichkeiten gab, die aber neben vielen verantwortungsbewussten Regionalfürsten und –Fürstinnen immerhin auch zwei Kanzler, drei Ministerpräsidenten, einen Kardinal, sechs Bischöfe, fünf erwähnenswerte Feldherren und vier malende Künstler hervorgebracht haben. Heute leben die ca. 140 volljährigen Glieder des Hauses Hohenlohe in 11 Ländern, auf drei Kontinenten. „Wir haben keine Welt-Spitzenleistungen vorzuweisen“ meinte der Referent abschließend „Was wir aber ganz offensichtlich gekonnt haben ist Teamwork. Wie oft haben zwei, drei, vier Brüder einander zugearbeitet im Dienst einer guten Idee und ich glaube, das funktioniert auch heute noch“.

Den Schlusspunkt setzte Tobias Setzer, Rotaract-Mitglied und China-Experte bei Concencia-Consulting, Rosengarten, mit dem Thema „Ethik und Moral als Basis erfolgreicher Führung“.

Fundament und tragendes Element einer guten Führung sei ein ethisch reflektiertes Wertesystem.Dabei unterschied er zwischen materiellen Werten, sie erhalten ihren Wert aus der Funktion einer Sache, und immateriellen Werten, die in der Wert-Erfahrung einer Person gründen und im Gefühl verankert sind. Zu ihnen gehören z.B. Gerechtigkeit, Fairness, Aufrichtigkeit gegenüber sich und anderen, Offener Umgang mit Problemen, Respektvolles Verhalten, Rücksichtnahme, Vertrauen, Freundschaftlicher Umgang, Disziplin.

Zusammenfassend meinte Setzer: Materielle Werte können zwar als Ziele dienen, tragen jedoch bei der Menschenführung kaum zum Erfolg bei. Immaterielle Werte hingegen sind für die erfolgreiche Führung von Menschen unerlässlich.

Erfolgreich führen heißt: Erkennen, dass führen und geführt werden nur zwei Seiten der gleichen Münze sind. Das Bestmögliche für alle Beteiligten zu wollen. Aufrecht zu eigenen Entscheidungen zu stehen. Die Grundlage der eigenen Führung immer wieder neu am Werteumfeld auszurichten, um damit im Zusammenspiel zwischen Führenden und Geführten die gesetzten Ziele bestmöglich zu erreichen.

Die Rückmeldung eines Teilnehmers in der Seminarauswertung: „Den Veranstaltern ein großes Kompliment. Alles prima organisiert. Ein tolles Programm und tolle Referenten“

Da kann man den Hohenloher Rotariern nur raten: Macht weiter so.

Willi Mönikheim



Autor: Eindrücke vom RYLA-Seminar

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