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23. Februar 2012
 
Der Rotary Club Künzelsau-Öhringen beim DLR in Lampoldshausen

An insgesamt 13 Standorten forscht und testet das „Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.“ (DLR), aber nur in Lampoldshausen ist man in der Lage, auch große moderne Raketenriebwerke unter Echtbedingungen zu testen.

In kurzweiliger Weise führte der Standortleiter Dr. Schäfer durch die Anlage. In einem Filmbeitrag erfuhren wir über die Aufgaben des Institutes als Forschungs-, Entwicklungs- und Versuchseinrichtung der DLR und die Einbindung in die Programme der europäischen Trägerrakete Ariane.

Beim Gang durch das Museum am Standort erläuterte der Prüfstandsleiter „der ersten Stunde“ sachkundig und spannend die Exponate, die eindrucksvoll ein Stück Zeugnis der 50-jährigen europäischen Weltraumgeschichte ablegen.

Begonnen hatte alles im Jahr 1960, mit der Idee des deutschen Raumfahrt- und Raketenforschers Eugen Sänger, der die einzigartigen Möglichkeiten des Standort Lampoldshausen als Testgeländes erkannte. Der Standort wurde seit dem kontinuierlich ausgebaut.

Mit dem Scheitern des ersten europäischen Raumfahrtprogramms ELDO im Jahr 1973 geriet der Standort Lampoldshausen in eine Krise. Doch schon 1975 wurden unter der Führung der neu gegründeten europäischen Weltraumagentur „ESA“  die Arbeiten an der neuen Trägerrakete Ariane aufgenommen und in Lampoldshausen das dazu gehörende „Viking-Triebwerk“ getestet.

Mit dem ersten erfolgreichen Ariane-Start am Heiligabend 1979 begann auch für den Standort Lampoldshausen eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Die Ariane wurde bis zur Ariane 4 weiterentwickelt, um die immer schwereren Satelliten ins All zu bringen. Vermarktet von dem 1980 gegründeten Unternehmen Arianespace  stieg Ariane zum Weltmarktführer kommerzieller Trägersysteme auf. Auf dem Weg ins neue Jahrtausend wurde mit Ariane 5 eine Großrakete mit dem neuen Triebwerk „Vulcain,“ das mit flüssigem Sauerstoff und flüssigem Wasserstoff betrieben wird, entwickelt und 1996 erfolgreich gestartet. Auch hierbei hatten die Lampoldshausener Ingenieure, Techniker und Arbeiter maßgeblichen Anteil.

Ariane 5 hat bis heute in 19 Flügen erfolgreich Satelliten ins All transportiert und 2008 erstmals einen unbemannten Weltraumfrachter („Jules Verne“) , der die Weltraumstation „ISS“ mit Treibstoff, Kleidung für die Astronauten und Experimenten versorgen soll, in den erdnahen Orbit (350-400 km Höhe) gebracht, wo der Frachter gute 3 Wochen später erfolgreich an die ISS andocken konnte, um deren Umlaufbahn dann anzuheben. Schon heute rüstet sich der Standort Lampoldshausen für die  nächste Generation von Triebwerken, etwa dem „Vinci-Triebwerk“, das den Transport von Nutzlasten bis zu 12 Tonnen zulassen wird.

Der Besuch wurde abgeschlossen mit einer Besichtigung im Prüfstand P5, wo Techniker emsig an einem Triebwerk arbeiteten.

Für einen spannenden, beeindruckenden und lehrreichen Nachmittag bedankte sich Past-Präsident  Richard Diesch bei Dr. Schäfer und der DLR . Frd. Uwe Reinhardt ,der den Besuch arrangiert hatte, überreichte ein Präsent aus dem Weingut Birkert.

Richard Diesch

Benutzte Quelle: 50 Jahre DLR Lampoldshausen



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