Der
Härtetest begann kurz vor Mitternacht: Rund zehn Kilometer auf
asphaltierter Straße durch den ehemaligen Truppenübungsplatz. Da
hatten die Teilnehmer der 24 Stunden Wanderung bereits zwei Drittel
der Strecke und die Hälfte der Zeit hinter sich. Zwickende Waden und
schmerzende Gelenke ließen den einen oder die andere ans Aufgeben
denken, nachdem immerhin 52 Kilometer vom Startpunkt auf Schloss
Lichtenstein schon geschafft waren - aber 24 bis nach Blaubeuren noch
bewältigt werden mussten.



59 von 100 hielten dennoch vom Anfang bis zum Ende durch: ein großes
Erfolgserlebnis für sie selbst - und eine Bestmarke in der
Erfolgsquote des Clubs.
Ein Grund könnte sein, dass 50 Prozent
Ehemalige dabei waren, die mit den Anforderungen vertraut sind.
Übereinstimmend lobten denn auch alle Streckenführer die “homogene
Gruppe und freundschaftliche Stimmung”.
Zwei
Pastgovernors wanderten auf der ersten Etappe mit: Michael Alt und
Alexander Voelker, die man beide zu den Geburtshelfern des Clubs
zählen kann.

Es
gehört zum Credo der Veranstalter, möglichst viele bis zum Endpunkt
zu bringen. Das hieß, den sportlichen Ehrgeiz Einzelner zu bremsen,
während ausgesuchte Rastplätze zwischendurch mit
abwechslungsreicher Verpflegung die müden Wanderer für die nächste
Etappe fit machten. Auf den Kräutergarten von ALB Gold in
Trochtelfingen folgte ein Besuch bei den Albbüffeln in
Ödenwaldstetten und eine abendliche Rast an der Lauter beim
Lagerhaus in Dapfen. Professionelle Muskelmassage und frisch
gebackenes Holzofenbrot bereitete die Teilnehmer auf der Münsinger
Hopfenburg für den anstrengenden nächtlichen Marsch durch den
Truppenübungsplatz mit Zwischenstopp auf dem Grimmelberg vor.
Vom
Nattenbuch bei Feldstetten loderte weithin sichtbar ein Lagerfeuer
und ein echter Imbissstand empfing morgens um vier mit dem Duft von
gegrillten Lammwürstchen die mitgenommenen Wanderer.
Der letzte,
neun Kilometer lange Streckenabschnitt begann an der Sontheimer Höhle
mit viel starkem Kaffee vom Höhlenverein und endete im Klosterhof
von Blaubeuren mit dem traditionellen Weißwurstfrühstück.
“Eine
anspruchsvolle Strecke” fand Präsident Jürgen Eißmann, der
selbst 24 Stunden durchgehalten hatte - für ihn der Schlusspunkt
nach monatelanger Organisationsarbeit im Club. Die Logistik im
Hintergrund mit mehreren Begleitfahrzeugen erforderte ein
ausgeklügeltes System an Helfern, und als bürokratisches,
aktenfüllendes Abenteuer erwies sich die notwendige Überquerung von
Landstraßen in zwei verschiedenen Landkreisen.
76
Euro, einen pro Kilometer, betrug der Teilnehmerbeitrag, der voll als
Spende verwendet wird. Dank zahlreicher Sponsoren dürften nach Abzug
der Unkosten, so schätzt Eißmann, über 9 000 Euro zur Verfügung
stehen: davon gehen 3 500 Euro als zweite Rate an das Münsinger
Jugendprojekt “Alpenüberquerung” und der Rest von rund 5 500
Euro an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland ( ZKRD)
mit Sitz in Ulm. Das reicht für die Typisierung von 110 möglichen
Spendern.
Bilder:
Ulrich Gottwik