Gelbe Rosen, silberne
Leuchter, fürstliche Präsente und viel rotarische Prominenz machten die
Charterfeier des RC Münsingen am 6. April in den historischen Mauern
der Zehntscheuer zu einem festlichen Erlebnis für die knapp hundert
Teilnehmer.
Präsidentin Gisela
Keller und Vizepräsident Dr. Matthias Schiebe begrüßten gemeinsam zwei
amtierende Governors, nämlich Dr. Hans Wiedemann vom Distrikt 1830
sowie Dr. Jörg Abigt vom Distrikt 1930, außerdem 3 Pastgovernors aus
beiden Distrikten: Michael Alt und Professor Dr. Berthold Schwemmle vom
nördlicheren, Dr. Ulrich Stoll vom südlicheren Distrikt. Zwei
Patenclubs aus zwei benachbartenDistrikten waren der Grund: Der RC
Münsingen liegt im Genzbereich und wurde in seiner Entstehung sowohl
vom RC Ehingen-Alb-Donau sowie vom RC Reutlingen-Tübingen begleitet.
Entsprechend haben auch
zwei Sonderbeauftragte Geburtshilfe geleistet: Gisela Keller dankte
Assistant Governor und Gov. nom. Dr. Alexander Völker vom RC
Reutlingen-Tübingen für die fachliche Begleitung beim
Gründungsverfahren. Außerdem habe er es fertiggebracht, dass auf der
Charterurkunde als Gründungsdatum der 23. Februar 2005 eingetragen ist.
„ Alle Rotarier wissen, was dieses Datum bedeutet“, betonte die
Präsidentin. Im Grünhaus von Friedhelm Raffel vom RC Ehingen-Alb-Donau
habe der entstehende Club die richtige Atmosphäre zum Wachsen gefunden,
erklärte Gisela Keller.
Die Präsidenten der
Patenclubs, Professor Dr. Hans Peter Zenner (Tübingen ) und Dr. Ulrich
Hamme (Ehingen) überbrachten nicht nur die nötige Erstausstattung für
den Clubneuling sondern auch reichliche Geldgeschenke: Eine
wohlklingende Glocke und 1 000 Euro für den Gemeindienst stiftete der
RC Reutlingen-Tübingen, 25 blaue Wimpel und 1 000 Euro Startkapital gab
es vom RC Ehingen-Alb -Donau.
Vom Nachbarclub RC
Ebingen hatte sich Präsident Hans-Joachim Kasten auf den Weg quer über
die Alb nach Münsingen gemacht. Auch Vertreter der Lions feierten mit:
Dr. Werner Ströbele, Präsident des Lions Club Neckar-Alb sowie
Christoph Stephan als Vertreter des Lions Club Ermstal-Attempto.
Sie hoffe auf ein „konstruktives Miteinander“ wünschte sich Gisela Keller.
Zahlreiche Freunde aus
den beiden Patenclubs, insbesondere aus Ehingen, machten die
Festgesellschaft komplett. Klavier, Klarinette und Cello, gespielt
vonDozenten der Musikschule Leichtle aus Münsingen gaben der Feier mit
„Neuer Kammermusik“ eine festlich-unterhaltsame Note mit jugendlichem
Schwung.
Das Jubiläumsjahr und
damit verbunden das besondere Gründungsdatum des RC Münsingen, nahm
Governor Wiedemann zum Anlass, einen Rückblick auf die Geschichte
Rotarys und die Motivation von Paul Harris und seinen Freunden zu
geben. Auf die Frage “Warum sind wir Anwesende hier Rotarier“ gab
Wiedemann seine ganz eigene Antwort: „Weil ein anderer uns zutraut, im
Sinne Rotarys zu wirken“.
Zwei besondere
Auszeichnungen hatte Governor Wiedemann noch im Gepäck: Die Ehrung zum
Paul -Harris-Fellow für Rudolf Brändle vom RC Ehingen-Alb-Donau, der
maßgeblich am Zustandekommen des neuen Münsinger Clubs beteiligt war.
Für Alexander Völker, der bereits Paul-Harris-Fellow ist, gab es den
Saphir.
Governor Jörg Abigt vom
Distrikt 1930 formulierte einerseits sein Bedauern, dass der RC
Münsingen, obwohl seine Gründung von Ehingen aus initiiert worden war,
nachträglich an den Nachbardistrikt ging. In aller Freundschaft, so
betonte jedoch Abigt, habe man dann die Gründung gemeinschaftlich
fortgeführt. Der RC Ehingen-Alb-Donau werde den neuen Münsinger
Rotariern weiterhin verbunden bleiben.
Sonderbeauftragter
Alexander Völker zeichnete in seinem Grußwort, auch im Namen aller, die
an der an der Gründung des Clubs beteiligt waren, noch einmal die
Entstehungsgeschichte des RC Münsingen nach.
Mit der Entgegennahme
der Charterurkunde fand dann für die auf der Bühne versammelten
Mitglieder des RC Münsingen die Gründungsphase ihren formalen Abschluss.
„Die Münsinger Alb zur
Zeit Graf Eberhards im Barte“ war das Thema des Festvortrags.
Stadtarchivar Dr. Roland Deigendesch schilderte auf anschauliche Weise,
wie man im 15. Jahrhundert in der Region Münsingen lebte. Eine
besondere Bedeutung kommt dem Münsinger Vertrag von 1482 zu, der außer
den Siegeln der Grafen von Württemberg auch die der württembergischen
Städte trug. Somit war er im Prinzip das Fundament für unsere heutige
demokratische Verfassung.
Den kulinarischen Teil
des Abends bestritt Küchenchef Jürgen Autenrieth vom Stammlokal des RC
Münsingen, dem Gasthof Herrmann. Im Foyer der Zehntscheuer servierte er
Spezialitäten aus der Münsinger Region.