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08. Februar 2012
 
Samstag, 12. Juli. 2008

Hands-on Projekt "Burgarchiv Wertheim"

Nachdem der Ausschuss für Bauwesen und Umwelt in seiner letzten Sitzung den Startschuss für die Sanierung des Neuen Archivs auf der Burg gegeben hatte, räumten die Mitglieder des Rotary-Clubs Wertheim am Samstag die Räume leer, damit mit den Arbeiten begonnen werden kann. Zudem übergab Past-President Dr. Achim Camerer an Oberbürgermeister Stefan Mikulicz einen Scheck in Höhe von 15 000 Euro.

Vor dem Beginn der Zimmererarbeiten wurden am Samstag die Zimmer ausgeräumt. (Foto Peter Riffenach)
Die Initiative der Rotarier vor drei Jahren sei der entscheidende Impuls zur Sicherung und Bewahrung des kulturhistorischen Kleinods Neues Archiv gewesen, erklärte Mikulicz. Camerer habe den Vorschlag gemacht, den Festsaal, der zwischen 1743 und 1745 zwischen den Eingangstürmen zur Burgruine errichtet wurde, mit möglichst geringem Aufwand zu renovieren.

"Gerade für die Burggastronomie wäre es doch schön, einen Saal zur Verfügung zu haben, in dem auch größere Festlichkeiten gefeiert werden können", begründete Camerer seine Initiative, das Neue Archiv wieder stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, was von den Mitgliedern des Rotary-Clubs unterstützt wurde. "Dabei sollte der morbide Charme des Bauwerks weitgehend erhalten bleiben", erklärte Mikulicz, warum man ursprünglich das Gebäude nur mit einem Minimalaufwand für die Öffentlichkeit zugänglich machen wollte.

Ernüchterung machte sich breit, nachdem der Bauwerkszustand von einem Ingenieurbüro untersucht worden war. Eine öffentliche Nutzung komme erst nach aufwändiger statischer Sicherung in Frage, so das Fazit des Gutachtens. So müssen unter anderem Holzbalken aus der Decke über dem zweiten Obergeschoss ausgetauscht werden. Außerdem müssten die statischen Veränderungen im Dachstuhl, die bei einer früheren Umgestaltung erfolgt seien, zurückgenommen werden, beschrieb die in der Bauverwaltung für die Burg zuständige Mitarbeiterin Michaela Meißner die Aufgaben. Bevor diese Arbeiten beginnen könnten, müssten aber die aufwändigen Stuckarbeiten gesichert werden.

Erfreut war Mikulicz, dass die Rotarier nicht nur finanziell, sondern auch durch tätige Mithilfe die Aktion unterstützen wollen. Als ersten Schritt packten die 15 Mitglieder des Serviceclubs bei der Bergung der Reste der Ausstattung an. Unter anderem handelt es sich dabei um die historischen Fluchtkasten, in denen die Archivalien des Fürstenhauses im Falle eines Angriffs auf die Burg in Sicherheit gebracht werden sollten. Sie werden in einer Halle auf dem Reinhardshof eingelagert und sollen später restauriert werden. Das Torgebäude und vor allem die beiden Türme wurden übrigens bis 1996 als fürstliches Archiv genutzt.

Kosten: 350 000 Euro Die Gesamtkosten für die statische Sicherung und konzeptionelle Wiederherstellung des Gebäudes bezifferte Meißner auf rund 350 000 Euro, die in den Haushalten 2008 und 2009 eingestellt seien. Aus Fördertöpfen wie Denkmalschutz und Ausgleichsstock sowie der Spende des Rotary-Clubs erhalte die Stadt voraussichtlich einen Zuschuss von rund 210 000 Euro.

Autor: Peter Riffenach (Main-Echo)

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